Ranking-Einbrüche aufgrund von schwarzen Schaf-Artikeln

VonDr.-Ing. Erik Neitzel
Ranking-Einbrüche aufgrund von schwarzen Schaf-Artikeln

Du hast dich womöglich schon gefragt, warum ein einzelner Bereich oder sogar deine ganze Domain in den Ranking-Positionen einbricht, obwohl Du aus deiner Sicht schon alles in deiner Macht stehende getan hast, um sauber zu sein. Du hältst dich an alle gängigen Standards, deine Seite ist performant, sicher, strukturiert, natürlich verlinkt und mit hochwertigem Content versehen. Trotzdem sind die Platzierungen auf Google und co nicht das, was Du erwartest. Grund sind oft das, was wir hier “schwarze Schafe” nennen wollen.

Was sind schwarze Schafe?

Es gibt Artikel, die Google aus den unterschiedlichsten Gründen nicht mag. Der Effekt kann sein, dass dieser eine Artikel, die Kategorie zu der er gehört oder die gesamte Webseite abgestraft wird. Das kann sich durch leichte Reduktion der Platzierungen oder durch eine Penalty ausdrücken, die sich weit stärker auf die Rankings auswirkt.

Wenn Du unsere Checkliste für hochwertige Webseiten bereits umgesetzt hast, kann ein Bereich übrig bleiben, der bei Google ständig in Bewegung ist: die Autorität deiner Webseite in Bezug auf ein bestimmtes Themenfeld. Das mag so klingen, als könntest Du gar nichts daran ändern, doch das stimmt so nicht.

Oft sind es einige wenige einzelne Artikel — vielleicht 3 von 76 — die Google als heikel ansieht.

Schwarzes Schaf

Ein stiller Beitrag

Ein Beispiel für einen solchen Artikel könnte sein, dass Du ein gesundheitlich relevantes Thema aufgreifst, über das Du aus Sicht von Google keine ausreichend hohe Kenntnis verfügst. Suchmaschinen möchten hier schlichtweg verhindern, dass sich dieser “Laien-Tipp” in der Welt verbreitet — und das ist natürlich auch richtig so.

Wie erkennt man diese Problemkind-Beiträge?

Für das Problem der Aufdeckung schwarzer Schafe haben wir in unserem SERPBOT zwei Features entwickelt:

  1. Einen Keyword-Filter mit einem Graph, über den Du den bisherigen Platzierungsverlauf der gefilterten Keywords erhältst. Das mag trivial klingen, doch hierüber ergeben sich oft äußerst interessante Erkenntnisse, wie in den folgenden Beispielen ersichtlich.
  2. Ein spezielles Feature “Rankings je URL”, welches dir den zeitlichen Verlauf der Mittelwerte deiner Rankings für die ausgewählte Unterseite darstellt. Mit diesem Tool kannst Du ganz gezielt erkennen, ob Google bestimmte Unterseiten nachteilig behandelt. Die Platzierungen aller Keywords, die für die jeweilige Unterseite jemals Rankings erhalten haben, werden bei Berechnung und Darstellung der Mittelwerte berücksichtigt.

Beispiel #1: *atem*

Hier sehen wir die Verlaufskurve der Platzierungen von Artikeln, die “*atem*” beinhalteten und von Google systematisch in den Platzierungen herabgestuft wurden — bis sie schließlich gar keine Rankings mehr hatten.

Ranking-Einbruch Beispiel Keywords zu Atem

Ranking-Einbruch Beispiel Keywords zu Atem

Schauen wir auf ein weiteres Beispiel.

Beispiel #2: *depression*

Hier sehen wir den Ranking-Verlauf einiger Artikel, die das Wort “*Depression*” beinhalteten. Auch diese Artikel erhielten immer schlechtere Rankings und wurden schließlich aus dem Index entfernt, sodass eine Null-Linie entstand.

Ranking-Einbruch Beispiel Keywords zu Depression

Ranking-Einbruch Beispiel Keywords zu Depression

Auf diese Weise können wir klar erkennen, dass einige Artikel von Google offenbar als problematisch angesehen werden. Hier kommt natürlich sofort das Google-Medic-Update in den Sinn, das gesundheitsbezogene Inhalte dann als kritisch einstuft, wenn die jeweilige Seite keine Autorität auf diesem Gebiet ist. Das ist natürlich nachvollziehbar, niemand möchte einen gesundheitlich unvollständigen oder sogar schädlichen Rat bekommen.

Wie kann man mit diesen Artikeln umgehen?

Wir können davon ausgehen, dass Google auch die restliche Seite “stiefmütterlich” behandelt, wenn einige Artikel inhaltlich und/oder autoritär aus dem Raster fallen. Schließlich möchte Google ja gerade verhindern, dass diese Artikel gefunden werden. Da hilft es wenig, die restliche Seite in hohem Glanz erscheinen und die übrigen Artikel mit starken Rankings stehen zu lassen.

Es lassen sich verschiedene Vorkehrungen treffen, um die restliche Seite nicht unter dem Effekt negativer Artikel leiden zu lassen.

Hierunter fallen:

  1. Die Überarbeitung dieser schwarzen Schafe: Wenn Du es dir zutraust, unterziehe diese Artikel einer Generalüberholung. Das sollte sowohl die inhaltlich-redaktionelle Überarbeitung als auch die Sichtung externer Links von und zu diesen Artikeln einschließen. Hier bleibt zunächst natürlich das Risiko aufrecht, dass sich durch diese Optimierungen keine Veränderung einstellt.
  2. Das Aussondern dieser Artikel auf eine andere Domain: Du kannst eine zweite Webseite aufbauen, wo potenziell kritische Artikel ihren Unterschlupf finden. Von dort aus hat eine eventuelle Abstrafung dieser Inhalte keinen negativen Effekt mehr auf deine Hauptdomain. Vermeide hier bidirektionale Links zwischen beiden Domains.
  3. Das Löschen dieser Artikel: Im Zweifelsfall ist es natürlich das nachhaltigste Mittel, schwarze Schafe einfach zu entfernen. Das wird natürlich nur dann sinnvoll sein, wenn diese Artikel eine inhaltliche Ausnahme zur restlichen Webseite bilden, sodass deine Seite nicht auf diese Beiträge angewiesen ist.

Was lernen wir daraus?

Das kleine Schaf-Fazit

Es gibt Artikel, die Google aufgrund mangelnder inhaltlicher Autorität deiner Domain als kritisch ansieht. Diese Beiträge gilt es durch kreative und toolgestützte Arbeit zu identifizieren, zu verändern, zu verschieben oder zu entfernen.

Anschließend kannst Du deine Platzierungen wieder beobachten und prüfen, ob sich eine Veränderung der Mittelwerte der Platzierungen über deine Domain einstellt. In den oberen zwei Beispielen wurden die betroffenen Artikel entfernt und die Webseite hat sich nach etwa vier Wochen gänzlich erholt.

Wir wünschen dir viel Erfolg bei der Identifizierung und Behandlung deiner schwarzen Schafe!

Dr.-Ing. Erik Neitzel